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»Es war nur ein Arm zu sehen von da, wo ich stand,
ein Arm an der Ecke.«
 | etcpp, 2008.06.16, 10:33
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Die letzten Meter laufen wir. Berg hoch, Treppen hoch, sieben Minuten Verzug. »Dieser Mann ist Schuld!«, sagt der Kleine und deutet auf mich. Seine Klassenlehrerin schaut mich nur kurz an, ihr Blick ist leer von meinem Versagen. »Wir haben eine Bahn verpasst«, sie nickt, ich gehe.
Auf der Treppe stutze ich, so ein Unsinn, da war doch eine Bahn ausgefallen, wir haben keinen Fehler gemacht, ich habe keinen Fehler gemacht, es war Schicksal! Ich verweile kurz in meiner frischen Schuldlosigkeit, denke daran, umzukehren und die Sache zu bereinigen, mich zu bereinigen, ach egal, war ja immer schon so, damals, die ersten Jahre der Realschule, andauernd zu spät.
Mein Klassen- und Deutschlehrer gab niemals auf, nach einer Erklärung zu suchen, er fragte mich ein ums andere Mal, worin mein Zuspätkommen begründet sei, ein ums andere Mal dachte ich mir etwas aus. Der ganze Prozess war ohne jeden Nutzen, ich begriff nicht, warum er das nicht erkennen konnte. Vielleicht war es seinem Vergnügen geschuldet, sein privater creative Zuspätkomming Kurs oder so. Irgendwann war ich leererklärt. »Und? Woran lag es diesmal?«, hatte er gefragt, und in meiner erschöpften Müdigkeit ergab ich mich meinem Schicksal: »Ich habe verschlafen«.
Die ganze Klasse lachte, er wusste darauf nichts zu erwidern. Ich setzte mich, ein Held. Und weiß bis heute nicht, was daraus zu lernen wäre. Vielleicht, dass man durch Authentizität gewinnt? Vielleicht aber auch, dass die Wahrheit am Ende zum Lachen ist.
 | etcpp, 2008.06.16, 09:16
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