Schwanzgeschichten

»Musst du diese Dinge immer in den Schmutz ziehen?«

Ich schaue zu meiner Mutter hoch, sie ist aufgebracht. Nein, ganz im Gegenteil, der Schmutz wird ja entsorgt, gesäubert das, was sie so aufregt. Ich hocke auf dem Boden, wickele den Pimpf und bitte ihn, mir da zu helfen. »Hältst du mal bitte deinen Schwanz fest?«, denk mir nichts dabei, er macht das immer, drückt sein Ding nach unten, damit es richtig liegt in dieser Windel.

»Wie bitte?«, frage ich sie, mir ist natürlich klar, dass sie das furchtbar findet, Schwanz ist ja kein Wort, schon gar nicht für so einen kleinen Pimpf, da sagt man Pimmelchen, zumindest aber Penis, am besten aber gar nichts. Ich kann sie nicht in ein Gespräch verwickeln, das wäre ja mal was gewesen, die Dinge deutlich ausgesprochen mitzunehmen. So reihte sich das nahtlos ein in all diese Gespräche jenes Rosenmontagnachmittags, entbehrlich eben.

Man kann es halten, wie man will, ich mach das eben so. Kein Wort, das ich im Alltag je gebrauche, vermeide ich, wenn Pimpf dabei ist. Wüsste auch nicht, wieso, erklären konnte mir das keiner. »So eine Scheiße!«, flucht der Pimpf dann eben auch, wenn was nicht klappt und manch Erwachsenem, der das auch wirklich ist, verdreht es dann die Augen.

Dabei habe ich es ja schon gut gemeint mit meiner Mutter, ein Teil des Wickelrituals blieb ausgespart. Normalerweise kriegt der Pimpf ein feuchtes Tuch und macht sich selbst die Eichel sauber, »Das kann ich selber!«, und er macht das gut.

Als ich nun da so saß, die echauffierte Mutter auf der Couch, der Pimpf schon wieder angezogen, da fiel mir ein, wie das bei mir gewesen ist. Gehört ganz sicher nicht hier hin, ich werde dennoch drüber schreiben, nur eben in den Kommentaren. Kann ja sein, das mutterähnliche Besaitung mitliest, wenn, dann nur auf eigene Gefahr.

   

   
thema [Anderes]
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Fortsetzung
Nun also weiter? Selber Schuld.

Ich muss vier oder fünf Jahre alt gewesen sein, stand in der Wanne, nackt, ich musste duschen. An diesem Tag war das besonders furchtbar, denn meine Mutter war auf die Idee gekommen, dass es nun wohl an der Zeit sei, einmal nachzusehen, was meine Vorhaut da verbarg, von wegen Reinlichkeit und so, und außerdem hat sie wohl mitbekommen, das es auch Knaben gibt, wo so etwas nicht einfach recherchierbar ist und später korrigiert wird. Nun stand ich da und hatte Schmerzen, ich und mein Schwanz, wir waren Derartiges nicht gewöhnt, es dauerte, die Mutter wurde ungeduldig, ich selber immer nasser, dann gelang es doch. Es war geschafft, auch ich und er.

Einmal auf diese versteckten Regionen meines Körpers aufmerksam gemacht, ging ich auf Entdeckungstour und fand auch was: Mein Schwanz, der war kaputt. Die Haut ließ sich zurückschieben, ging ja nun, ich übte fleißig, aber eben nicht so weit, wie die Natur das haben wollte. Bei mir war da ein Bändchen dran, das hielt die Haut zurück, wenn ich es übertreiben wollte. Sehr seltsam sah das aus, das konnte unmöglich der Sinn der Sache sein.

Meine Mutter stand am Herd, als ich nach Stunden der Verzweiflung über meine Missgestalt in halber Nacktheit, unten ohne, verzweifelt in die Küche stürmte, Mutti, schau, mein Pimmel ist kaputt! Sie war erschrocken, schaltete in einen anderen Modus, die Stimme sanft, egal was auch passiert, man strahlt jetzt Ruhe aus, das mütterliche Krisenmanagement. »Zeig doch mal her, aha, ähem, öhhö, ach warte mal« und Tante M. wurde herbeigerufen zur weiteren Begutachtung. Die wusste auch nicht weiter. Erst abends dann kam doch ein wenig Licht ins genitale Dunkel, mein Vater musste ran. In Schlafanzug und sehr verzweifelt wurde ich ins Wohnzimmer gerufen und da saß er dann, ganz tapfer und ergeben in sein Schicksal, ausgebreitet auf dem Sessel, Hose runter, Schwanz entblößt, »Sieh her, das muss so sein, das hat schon seine Richtigkeit.« Und ich durfte mich staunend und sekundenlang noch vergewissern, dass sich keine medizinische Absurdität in meiner Hose verbarg, meine Mutter staunte mit, Tante M. war jedoch nicht dabei, so glaube ich.

Mein Vater war es auch, der mich lehrte, wie man das wohl am besten macht, das mit der Sauberkeit, allerdings eher zufällig und sehr viel später, ich war schon pubertierend, aber nicht viel weiter, was das Auskennen betraf. Ich stürmte in das Bad, einen Grund wird es gegeben haben, und da stand er dann, mein Vater, so wie man vor Toiletten steht, nur eben vor dem Waschbecken, den Hosenstall geöffnet, und er wusch sich untenrum, »Hey, raus hier!«, und ich war begeistert. Ich fasste kaum, wie einfach man das machen konnte und seit dieser Zeit mache ich selbst es immer so, wenn ich gepinkelt habe, stelle ich mich an das Waschbecken und wasche meinen Schwanz. Nur kurz, das reicht ja, aber deutlich wirkungsvoller als das Schütteln, Klopfen, was auch immer, das im Allgemeinen üblich ist.

Wo sich die Möglichkeit nicht bietet, in fremden Badezimmern, oder auch in Kneipen, da nehm’ ich mir ein Stück Papier. Sie schauen immer irritiert, die Jungs, wenn ich mich zu ihnen geselle, beim Reinkommen ein schneller Griff zu dem Papier und dann zum Pissoir, und später eben abgeputzt. Noch nie hab ich gesehen, dass es ein Mann so oder ähnlich tut, und, ihren Blicken nach zu urteilen, so ist es regelmäßig diesen andern Männern neu, was ich da tue. Mir ist’s egal, mich stört das weniger, als dieser nasse Fleck der Ungemütlichkeit.

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diese Verklemmtheit, die sich in manchen Familien, in meiner bestimmt, über Generationen hinwegzieht. "Pfui, wie schmutzig". Zum Teufel mit ihr.

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Ich muss 4 oder 5 Jahre alt....
....gewesen sein, ein Mädel. Ich hatte so ein Ding nicht. Nichtsdestotrotz interessierte es mich, jenseits von Neid, völlig neutral. Eine Sache, die ergründet werden musste.
Mein Vater hatte so ein Ding. Es sah ähnlich aus, wie der Abfluss unserer Badewanne, keine Einbaubadewanne, eine offene Wanne, die mitten im Badezimmer stand und ihren Inhalt durch ein penisähnlich geschwungenes Rohr in ein Loch im Boden entleerte. Gerne wollte ich ihn überreden, mich mal zusehen zu lassen beim pinkeln. Wollte ich doch seine Funktion vergleichen mit der Funktion des Badewannenabflussrohres. Keineswegs statistisch in diesem Alter (cm3 per minute, ...) - nein rein visuell. Er liess mich nicht ran. Was mich im Nachhinein beruhigt, weiss ich doch, dass ich bestimmt nie - wirklich nie - sexuell missbraucht wurde....

Insofern konnte ich die Funktion dieses Organes in sämtlichen Varianten erst einige Jahre später in netter Atmosphäre mit gleichaltrigen jungen Männern austesten.

Zum "nassen Fleck der Ungemütlichkeit": danke für deinen Eintrag: ich dachte bisher immer, das sei ein rein weibliches Problem...

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Online seit: 11.11.2003
Stand: 2008.08.20, 16:49
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