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hr
»Vier Etagen, kein Aufzug, Kind auf dem Arm: Geben Sie mir zwei Minuten«, ich hechele in den Hörer. Ein Anruf aus der Vergangenheit, sie will einen Themenabend machen, sagt sie, und ich solle doch, könne doch, und sie würde ja gern, und alles, was sie dazu im Netz gefunden habe, das liefe ja auf mich hinaus. Bilder der Journalisten und ihre Stimmen, die Studios, die Guten und die Bösen, all das schwappt in meine Gegenwart. Sie redet ruhig, Ruhe ist ihr vertrautes Instrument. Im Hintergrund betritt eine Frauenstimme den Raum, die tiefen Frequenzen zerquetscht von Unsicherheit und quengeliger Unruhe. »Ich kann nicht«, sage ich, sie mag nicht akzeptieren.
Doktor W. fällt mir ein, der könnte ja vielleicht, er ist Profi, wusste auch immer, wie man Geld verdient, ich glaubte immer, er würde sich und sein Können verraten, seine Seele vielleicht. Brot und Spiele, er wusste immer schon das, was ich nie begriff. Ich erkannte ihn erst spät, zu fahrig, zu fern sein Humor, in den frühen Jahren war vielleicht auch ich ein anderer, dann las ich ein Stück von ihm und verfluchte die Welt, und dass man Geld verdienen muss und auch er, und ich verfluchte, dass er es kann, anstatt. »Doktor W. könnte Ihnen vielleicht helfen«, sage ich, »muss nur die Nummer raussuchen«, sie will später erneut anrufen.
Vorher werde ich an den anderen Account müssen, fast userswitching, mein Schreibtisch wird wegklappen und mir dann einen Spiegel vorhalten, hunderte E-Mails noch immer, ich habe keine Antworten mehr. Eine letzte Idee, tatsächlich, ich habe seine Nummer noch gespeichert, rufe ihn an, nein, es geht mir gut, ja, er will. Dann warte ich auf ihren Rückruf, der Kaffee ist kalt geworden, meine Hände.
 | etcpp, 2004.08.19, 15:50
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doktor w.,
Montag, 23. August 2004, 14:58
Tough life. Aber irgendwie hast Du Recht.
Ich weiß es nicht, was unter Leben zu verstehen ist,
Doch unter Leben nur ein Überleben zu verstehn ist Mist.
meint
Doktor W.
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