E.

»Ich zieh mich hier aus bis aufs Letzte«, er schaut mich an, »wer bist du?«

Er hatte erzählt, dann immer schneller, jetzt hält er inne und schaut mir in die Augen, als könne er dahinter eine Antwort entdecken. Aber was sollte ich sagen und wie, ich weiß ja selbst nicht; finde einen Dreisatz, er ahnt, wir bestellen Bier.

Vorher war er im mittleren Management beschäftigt, nun untersucht er seine Geldbörse, vielleicht reicht es für Zigaretten, es reicht, nicht für mehr, das nächste Bier geht auf meinen Deckel, die weiteren. Er will nicht, aber er müsste gehen. Bin auch arbeitslos, sage ich, er zuckt, ich lache, kein Problem, ich hatte mir etwas Geld geliehen; Geld ist ohne Wert. »Wenn ich darüber nachdenke, was ich wirklich will«, er stockt, schaut sich um, »wie vermessen: zu wünschen, in diesen Tagen,« es geht um Arbeit, nicht um Berufe, nicht um die Sehnsucht nach einer Berufung, »dann würde ich gern.« Ich unterdrücke den Impuls, eine Lösung zu finden, den nötigen Raum, das Konzept, die Realisierung; ich lasse seinen Wunsch unangetastet.

Es wird kalt, wir gehen hinein, auf dem Weg tauschen wir die Namen, später Adressen, das Bier will er nicht schuldig bleiben.

   

   
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Stand: 2008.10.10, 20:06
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