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»Papa, vielleicht kann man ja in Träumen manchmal so schlecht rennen, weil man in Wahrheit liegt?«
Neun Kerzen, jeden Abend. Mir tut der Daumen weh vom Rädchen des Feuerzeugs. Ich rauche, es könnte auch mit dem unzeitgemäß hohen Konsum zusammenhängen. Aber nur, wenn ich die Kerzen anzünde, spüre ich den Daumen. Sonst eben nicht. Muss mit den Kerzen zusammenhängen.
Heute fiel mir auf, dass ich es beim Anzünden einer einzigen Kerze belassen könnte, um die anderen dann – ganz ohne Feuerzeug – an jener anzuzünden. Ich bin Mork vom Ork.
Warum hast Du denn jetzt die Cola weggeschmissen!?
»Ups, Mist! Aus Versehen, Papa.«
Na ja, ist schon schade. Wenn Du nichts mehr trinken willst, dann kannst Du ja wenigstens kurz fragen, ob ich noch will. Ich wollte nämlich.
»Ja. Entschuldige.«
Ok. Komm lass uns weitergehen.
»Kaufst Du mir eine neue Cola?«
Nee.
»Och Mann, da ist voll gemein!«
Wieso das denn? Du hast gerade eine Cola weggeworfen, da kaufe ich doch nicht eine Sekunde später eine neue!
»Och Mensch, wimmer, das ist voll gemein! Ich kann gar nichts dafür!«
Hä?
»Papa, wimmer, ich wollte das nicht, echt nicht! Das war mein Körper!«
Ach, Süßer!
»Echt jetzt, ich wollte das nicht, der hat das einfach gemacht!«
Du kannst dich nicht hinstellen und deinem Körper die Schuld in die Schuhe schieben. Das bist ja auch du.
»Nein! Ich war das nicht. Der war das.«
Hör mal, deine Gedanken und Gefühle, all das was Du tust, Körper, Seele, Geist, all das ist deins, all das bist du.
»Papa?«
Ja?
»Es ist doch erlaubt, da auch eine andere Meinung zu haben, oder?«
Ja.
Darwinismus ist natürlich.
Moral ist unnatürlich.
Die Suche nach einem moralischen Korrektiv des gelebten und institutionalisierten Darwinismus war erfolgreich, ab sofort wird Endlichkeit als staatstragend betrachtet, sie wird angewendet auf Gesetze, Ämter, Besitz etc.
Das Verfallsdatum wird das Maß unserer Dinge.
Aus diesem Grund, liebe Untertanen, werden in einem ersten Schritt Erbschafts- und Schenkungssteuer auf 100% gesetzt. Damit Endlichkeit greifbarer wird, für Euch; damit Wirklichkeit und Realität des Staates wieder an Relevanz gewinnen, für alle.
Das gilt ab morgen.
Amen, Prost.
Manchmal hüpft der weisse Neger Wumbaba aus dem Gebüsch und erzählt mir Dinge über mich.
Gute Nacht
Nur für den Fall, dass mir jemand ein Bett schenken möchte. Die Porro-Sachen gefallen mir gut. Tokyo, um genau zu sein. Vielleicht sollte ich mal so etwas auflisten, haben ja viele diese Amazonwunschlisten, ich dann eben eine Möbel- und Bettenwunschliste. Falls mir jemand ein Bett schenken möchte.
Scheint man nicht kaufen zu können, dieses Tokyo-Dingens. Sicher auch deshalb nicht, weil es furchtbar teuer sein wird, so etwas muss einfach furchtbar teuer sein, sondern vor allem, weil es niemand verkauft. Zumindest, wenn man Google trauen kann. Ich vertraue da zunehmend auf Google, was ja eigentlich doof ist. Auf der Suche nach einer Bezugsquelle jedenfalls – wenigstens mal sehen, wie furchtbar teuer das ist – habe ich Architronic gefunden, das kannte ich nicht. Da kann man nix kaufen, glaube ich, aber man kann sich die Augen wundlecken.

Als ich ihn aus der Schule abholte, zeigte er mir das Tütchen.
Irgendwann hatte ich davon erzählt, dass ich die Weißen am
liebsten mag, er hatte sich das gemerkt. Und er hatte begonnen,
zu sammeln.
Kaum leiden die Helden der CSU am Wähler, kommen sie auf pfiffige Ideen: Sie verteilen Werbegeschenke. Kugelschreiber, Luftballons, Milliarden.
Neues aus Meta
»Im Landesklinikum Amstetten ist Familie Fritzl sicher. Ein Therapeutenteam kümmert sich um die traumatisierten Opfer - und schirmt sie hermetisch ab. Denn draußen läuft eine hemmungslose Jagd. Fotografen klettern auf die Bäume vor der Klinik, ein TV-Team brach sogar ein. Aus Amstetten berichtet Julia Jüttner«
Der Spiegel ist auch nur Bild, kein Millimeter Pseudodistanz macht das besser.
Ich weiß nichts über diesen Frtizl, will auch nichts wissen, schon bei der ersten Headline zum Fall musste ich mich beinahe übergeben. Ich verstehe nicht, ganz unrhetorisch, warum berichterstattet wird, so umfassend und überall: Ich will das nicht immerzu um die Ohren gehauen bekommen.
Eure Einzelschicksale könnt Ihr Euch in den Arsch stecken, Ihr widerlichen Aasgeier.
Ich glaube ja, dass jeder Hinweis auf das Update ein Symptom ist.
GEZ
Es kommt mir seltsam vor, dass die öffentlich-rechtlichen Sender so panisch ins Netz wollen. Es mag sein, dass es eine perspektivisch zwingende Notwendigkeit der Ergänzung oder gar des Wechsels gibt, aber in der Zwischenzeit könnte man auch ein wenig selbstbewusster mit dieser Übergangsphase der Medienwelt umgehen. Die Angst vor der Beschränkung auf »programmbegleitende Dienste« ist unbegründet. Sie darf der Lust an der eigenen Kernkompetenz weichen.
Wenn ich als Medienverantwortlicher etwas zu sagen hätte, dann würde ich die Richtung umkehren. Anstatt mehr oder weniger konzeptlos ins Netz zu taumeln, würde ich das Netz in das Fernsehgerät holen. Nicht unbedacht, das Surfen von der Couch scheint mir eher uninteressant, sondern eben »pogrammbegleitend«. Kurz gesagt: programmbegleitende Dienste könnten das neue »Videotext« sein.
Die uralte, textbasierte Technik darf ruhig bleiben. Aber mit einem Internetanschluss am Fernsehgerät würde die Programmbegleitung ganz neue Wege gehen können, aufregende Wege, sehr nah an jenen, die vor der Flimmerkiste sitzen. Von frei wählbaren Textüberlegern (wie ist der Spielstand, zeige mir jene Infos, die ich sehen will und das in einer Größe, die meinem Sehvermögen entspricht) bis hin zu vertiefenden Informationen (wer ist dieser Mensch, der da gerade interviewt wird, hat der Bücher geschrieben, oh, das klingt interessant, kaufe ich jetzt).
Technisch gesehen wäre das eine optionale, frei individualisierbare und stehts aktuelle Darstellungsebene über dem laufenden Programm. Mit Texten, Bilder, Animationen, Filmen, Chaträumen, was auch immer. Hab weder Zeit noch Lust, darüber lange nachzudenken. Ich wundere mich nur ein wenig, warum die das nicht machen. Land ohne Ideen.
Familienbande.
»Ich möchte hier aber auch darauf hinweisen, dass der Anstieg der Lebensmittelpreise heute im Wesentlichen nicht auf Biokraftstoffe zurückzuführen ist, sondern […] auch auf nicht ausreichend prognostizierte Ernährungsgewohnheiten in den sich entwickelnden Ländern. In diesen Monaten ist eine der wesentlichen Diskussionen in Indien das "second meal": Man isst zweimal am Tage.«
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